Beginn der Eiszeit 2017/18


Noch bevor es August wurde, haben die Junioren des SC Langenthal erstmals das Eis in Huttwil genutzt, um zu trainieren. Auch das zeigt: Die Sommerpause wird immer kürzer. Für Olivier Horak, Geschäftsführer der Langenthaler Nachwuchsabteilung, liegt der Grund im vollgepackten Terminplan, der von ganz oben vorgegeben wird.

Etwa zwanzig Zuschauer sitzen an diesem Montagabend in der Eishalle des Campus Perspektiven. Sie tragen Shorts und T-Shirts, draussen ist es selbst abends noch ziemlich warm – auch ohne Sonne. Immerhin zeigt das Datum den 31. Juli. Hochsommer. Die Zuschauer sind aber nicht alleine im Campus Perspektiven. Auf dem Eis springen um die 30 Eishockeyaner der Scheibe nach, vier Trainer stehen ebenfalls auf dem Eis. Nicht nur wegen der Anzahl Übungsleiter, vor allem auch wegen dem Zeitpunkt, könnte man meinen, die NLB-Mannschaft des SC Langenthal hat das Training nach der Sommerpause wieder aufgenommen. Es sind aber die Novizen des SC Langenthal. Junioren im Alter von Oberstufenschülern.

Das bestmögliche Programm bieten
Olivier Horak sitzt zeitgleich im Restaurant und ist begeistert. Als langjähriger Eishockeyspieler, Trainer und nun Ausbildungschef und Geschäftsführer der SC Langenthal Nachwuchs AG freut er sich besonders, dass die Saison wieder beginnt. Und dies ausgerechnet im ehemaligen Sportzentrum, wo er während sieben Jahren unter anderem Headcoach der Huttwiler Erstliga-Mannschaft war. «Ich habe hier alle Jahrgänge von Spielern trainiert und war während mehreren Jahren täglich hier. Mein Bezug zu diesem Ort ist sehr gross und deshalb freue ich mich besonders, dass unsere Saison hier eröffnet wird», sagt Olivier Horak. Dass dies erfolgt, bevor August ist, sei durchaus speziell. Der Aufwand in der Juniorenabteilung werde immer grösser, der Spielplan immer voller und deshalb die Termine immer mehr. Da muss der SC Langenthal mithalten. «Wenn wir einen guten Spieler haben, müssen wir ihm das bestmögliche Trainingsprogramm bieten. Sonst wechselt er schon früh den Club.» Das will der SCL mit einem breiten Angebot an Trainingszeiten und ausgebildeten Trainern verhindern. Schliesslich wollen die Oberaargauer bis zu der «Mini»-Stufe selbst auf dem best-möglichen Niveau mitspielen, erst danach ist ein Wechsel zu den grösseren Vereinen wie den SCL Young Tigers oder dem EHC Biel geplant, um die Ausbildung eines talentierten Spielers mit NLA- oder NLB-Perspektiven bei den Novizen Elite oder Elite A Junioren abzuschliessen.

Resultate passen zum Aufwand
Es sind aber nicht die NLA-Teams, nach deren Pfeife der SC Langenthal tanzen muss, sondern jene des internationalen Eishockeyverbandes. Dieser legt unter anderem die Nationalmannschaftspausen fest, welche den SC Langenthal mit Nationalspielern auf unterschiedlichen Stufen ebenso trifft. Weniger oder später trainieren wäre zwar auch dann noch möglich, letztlich will sich aber der Schweizer Verband mit der Konkurrenz aus Schweden, Finnland oder Kanada messen. Und an dessen Vorgaben und Ziele halten sich die Oberaargauer. «Wenn ich die Resultate sehe, bin ich überzeugt, dass das der richtige Weg ist», sagt Horak und spricht einen immensen Fortschritt aus den letzten 10 Jahren an. Talentierte Spieler hätten zwar durchaus ein happiges Programm innerhalb einer Saison, stehen doch mit Trainings und Spielen jeweils mindestens vier Termine wöchentlich für die mittleren Juniorenjahrgänge an. Aber: «Zwei Wochen nachdem die Saison geendet hat, sagen mir erste Mütter und Väter bereits, dass ihr Sohn oder ihre Tochter am liebsten schon wieder auf dem Eis stehen würde.» Soweit ist es zwar noch nicht, der SC Langenthal will sich aber unbedingt an der nationalen Spitze orientieren.
Das Resultat daraus lässt sich durchaus sehen. In den letzten zehn Jahren haben es ingesamt 64 Ex-SCL-Junioren geschafft, sich irgendwo zwischen der NHL – der weltweit besten Eishockeyliga – und der Schweizerischen Erstliga zu etablieren. Darunter gehören auch Namen wie Sven Bärtschi (Vancouver Canucks, NHL) oder Yannick Rathgeb (Fribourg Gottéron, Schweizer Nationalmannschaftsspieler), aber auch Spieler des SC Langenthal wie Dario Kummer, Michael Trüssel oder Silvan Hess. Mit Luca Christen wird nächste Saison sogar ein weiterer Junior in die NLB-Mannschaft aufgenommen.

Zusammenarbeit in zwei Richtungen
Der SCL will aber nicht nur der Leistungsspitze eine Lösung anbieten, sondern auch den Jung-Eishockeyspielern im Breitensport.
Deshalb strebt die Organisation eine intensivere Zusammenarbeit mit Vereinen der näheren Region an. «Die Idee beinhaltet, dass die besseren Spieler aus der Region beim SC Langenthal platziert werden, Spieler, die dieses Niveau aber nicht haben, in anderen Vereinen einen Platz finden», sagt Olivier Horak und nennt mit Zuchwil Regio, dem EHC Burgdorf und dem EHC Sursee mögliche Partnerteam-Beispiele. Damit würden die Spieler in leistungsgerechten Mann-schaften eingeteilt, letztlich soll ein reger Austausch unter den Vereinen stattfinden. «Mit dieser Zusammenarbeit haben wir vor etwa einem Jahr angefangen. Das ist aber ein Projekt für die nächsten fünf Jahre, bis es wirklich durchgehend funktioniert», weiss Olivier Horak. Mit den SCL Young Tigers und dem EHC Biel bestehe bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit, gestartet habe diese vor über fünf Jahren. Oft ist das aber auch für Spieler schwierig. Zu einem besseren Verein gehen sie zwar mühelos, den eigenen Verein für einen «Rückschritt» verlassen sie meist nicht gerne. Gerade solche Junioren seien für einen Eishockeyclub aber ebenso wichtig. Wer nämlich nicht Profi wird, betätigt sich oft anderweitig, beispielsweise als Schiedsrichter oder Funktionär. Deshalb sind die Oberaargauer bestrebt, auch jene Junioren im Eishockeysport zu halten.
Damit diese «Vision Eishockey im Oberaargau» umgesetzt werden kann, genügt das Schoreneis alleine nicht. Mit dem Campus Perspektiven hat der SC Langenthal zumindest vorläufig eine ideale Zweitlösung gefunden. Ohne diese wäre ein Saisonstart noch bevor der August beginnt nur schwer zu realisieren.

Text & Bild: Leroy Ryser



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